industriehome.eu

Fenster austauschen: Mit guter Planung zu mehr Komfort, Energieeffizienz und Wohnqualität

Warum ein Fenstertausch heute so viel bewirkt

Fenster sind eine der entscheidenden Schnittstellen zwischen Innenraum und Außenwelt. Sie lassen Licht hinein, halten Kälte und Hitze draußen, beeinflussen Zugluft, Schimmelrisiko, Lärmpegel und nicht zuletzt die Heizkosten. Gerade in Bestandsgebäuden in Deutschland und Österreich stammen viele Fenster noch aus Zeiten, in denen Energiepreise niedrig und bauphysikalische Anforderungen weniger streng waren.

Ein moderner Fenstertausch bringt typischerweise drei große Vorteile:

  • Mehr Komfort durch höhere Oberflächentemperaturen an der Innenseite (weniger „kalte Strahlung“), weniger Zugluft und besseres Raumklima.
  • Mehr Energieeffizienz durch bessere U-Werte, reduzierte Wärmeverluste und oft spürbar niedrigere Heizkosten.
  • Mehr Wohnqualität durch verbesserten Schallschutz, Einbruchhemmung und zeitgemäße Bedien- und Lüftungskonzepte.

Damit diese Effekte wirklich eintreten, ist es entscheidend, den Austausch nicht nur als „Fenster rein, Fenster raus“ zu betrachten. Fenster austauschen sinnvoll planen bedeutet, das Gesamtgebäude mitzudenken: Dämmstandard, Lüftung, Feuchteschutz, Heizsystem und Nutzung.

Fenster austauschen sinnvoll planen: Der rote Faden von der Idee bis zur Abnahme

Viele Probleme beim Fenstertausch entstehen nicht durch das Produkt, sondern durch fehlende Planung: falsche Maße, ungeeignete Verglasung, mangelhafte Anschlussdetails oder ein unpassendes Lüftungskonzept. Mit einem klaren Ablauf vermeiden Sie typische Stolpersteine.

1) Bestandsaufnahme: Was stört – und was soll besser werden?

Starten Sie mit einer ehrlichen Analyse. Notieren Sie, welche Punkte heute unzufrieden machen:

  • Zugluft, kalte Fensterflächen, Kondenswasser?
  • Hohe Heizkosten oder überhitzte Räume im Sommer?
  • Straßenlärm oder Nachbarschaftsgeräusche?
  • Sicherheitsgefühl (Erdgeschoss, Balkon, leicht zugängliche Fenster)?
  • Schwierige Bedienung, klemmen, undichte Dichtungen?

Ergänzen Sie die Bestandsaufnahme um harte Fakten:

  • Fensteralter und Hersteller/Typ (falls bekannt).
  • Rahmenmaterial (Holz, Holz-Alu, Kunststoff, Alu) und Zustand.
  • Verglasung (einfach/zweifach/dreifach), ggf. Abstandhalter (warme Kante).
  • Einbausituation: Rollläden, Raffstores, Fensterbänke, Laibungsdämmung, Leibungstiefe.

2) Ziele definieren: Prioritäten schaffen Klarheit

Fenster können nicht „alles maximal“ gleichzeitig – jedenfalls nicht ohne Budget- und Designkonflikte. Definieren Sie daher Prioritäten, z. B.:

  • Energieeffizienz (niedrige Uw-Werte, dreifach Verglasung, warme Kante).
  • Schallschutz (Schallschutzklassen, fachgerechter Einbau, ggf. Lüfterlösungen).
  • Sicherheit (RC2/RC3, abschließbare Griffe, Pilzkopfverriegelungen).
  • Design (schmale Ansichten, Sprossen, Farben, Denkmalschutz).
  • Sommerlicher Wärmeschutz (g-Wert, Sonnenschutzglas, außenliegender Sonnenschutz).

Diese Prioritäten sind die Grundlage für Angebote, die wirklich vergleichbar sind.

3) Gebäudephysik mitdenken: Feuchte, Lüftung und Schimmel vermeiden

Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Das ist energetisch gut, kann aber die Feuchtebilanz verändern. Wenn zuvor „ungewollte Lüftung“ über Fugen stattfand, fällt diese nach dem Austausch weg. Ohne angepasstes Lüftungsverhalten kann die Luftfeuchte steigen – und damit das Risiko von Kondensation an kühlen Bauteilen (z. B. Außenwänden, Wärmebrücken).

Deshalb gehört zur sinnvollen Planung:

  • Lüftungskonzept (nach Bedarf: Fensterlüftung, Fensterfalzlüfter, dezentrale Lüftungsgeräte).
  • Wärmebrückencheck an Laibungen, Stürzen, Rollladenkästen.
  • Einbau nach Stand der Technik (luftdicht innen, schlagregendicht außen, gedämmte Fugen).

Gerade in deutschen und österreichischen Altbauten (z. B. Gründerzeit, 50er/60er, Alpenregion mit hoher Feuchte und Schlagregen) ist das Zusammenspiel aus Dichtheit, Lüftung und Anschlussdetails entscheidend.

Wann lohnt sich ein Austausch – und wann reicht eine Sanierung?

Nicht jedes Fenster muss zwingend komplett ersetzt werden. Eine sinnvolle Entscheidung hängt von Zustand, Baujahr und Ihren Zielen ab.

Typische Gründe für „Austausch“ statt „Reparatur“

  • Undichte oder verzogene Rahmen, die sich nicht dauerhaft einstellen lassen.
  • Blindes Isolierglas (Scheibenzwischenraum undicht).
  • Sehr schlechte U-Werte (z. B. Einfachverglasung oder alte Zweifachverglasung).
  • Fehlende Sicherheitsmerkmale in gefährdeten Lagen.
  • Schallschutz unzureichend trotz Dichtungstausch.

Wann eine Teilsanierung sinnvoll sein kann

Wenn Rahmen und Konstruktion in gutem Zustand sind, können Maßnahmen wie Dichtungstausch, Beschlagswartung oder (in bestimmten Fällen) der Austausch der Verglasung helfen. Allerdings sind Grenzen gesetzt: Alte Rahmenprofile sind oft nicht für moderne Dreifachverglasung ausgelegt und bleiben energetisch ein Schwachpunkt.

Die wichtigsten Kennwerte: U-Wert, Uw, g-Wert und Schallschutz

Wer Angebote vergleichen will, braucht ein Mindestmaß an Kennwerten. Achten Sie nicht nur auf „dreifach verglast“, sondern auf die Kombination aus Glas, Rahmen und Einbau.

Uw-Wert: Entscheidend ist das gesamte Fenster

Der Uw-Wert beschreibt den Wärmedurchgang des kompletten Fensters (Rahmen + Glas + Randverbund). Je niedriger, desto besser. Wichtig:

  • Ug = Wert der Verglasung
  • Uf = Wert des Rahmens
  • Uw = Gesamtwert (für Vergleich am wichtigsten)

In der Praxis liefern moderne Fenster mit Dreifachverglasung häufig sehr gute Uw-Werte – aber nur, wenn der Rahmen mithält und der Randverbund („warme Kante“) hochwertig ist.

g-Wert und sommerlicher Wärmeschutz

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) beschreibt, wie viel Sonnenenergie ins Gebäude gelangt. Ein höherer g-Wert bringt im Winter solare Gewinne, kann aber im Sommer Überhitzung fördern. In Deutschland und Österreich wird das Thema zunehmend wichtiger – besonders bei großen Glasflächen, Süd-/West-Ausrichtung und Dachgeschosswohnungen.

Planungstipps:

  • Außenliegender Sonnenschutz (Raffstore, Rollladen, Screens) ist meist wirksamer als innenliegende Lösungen.
  • Sonnenschutzglas kann helfen, verändert aber die Lichttransmission – im Showroom vergleichen.
  • Nachtauskühlung (sichere Spaltlüftung, Lüftungskonzepte) einplanen.

Schallschutz: Nicht nur das Glas zählt

Schallschutz wird oft unterschätzt. Selbst teures Schallschutzglas bringt wenig, wenn Fugen und Anschlussdetails nicht sauber ausgeführt sind. Für Wohnungen an Durchfahrtsstraßen, Bahnlinien oder in Innenstädten (z. B. Berlin, München, Wien, Graz) lohnt eine gezielte Planung:

  • Schallschutzverglasung mit asymmetrischem Aufbau (unterschiedliche Scheibendicken) kann wirksamer sein.
  • Einbau: luftdichte Anschlüsse, korrektes Ausschäumen/Abdichten, keine Hohlräume.
  • Lüften trotz Schallschutz: ggf. dezentrale Lüftung mit Schalldämpfung statt dauergekipptem Fenster.

Rahmenmaterialien im Vergleich: Kunststoff, Holz, Holz-Alu, Aluminium

Die Materialwahl ist eine Mischung aus Budget, Pflegeaufwand, Optik und Lebensdauer. In Deutschland und Österreich sind alle Varianten verbreitet – regional teils mit Vorlieben (z. B. Holz/ Holz-Alu in alpinen Regionen, Kunststoff im urbanen Sanierungsmarkt).

Kunststofffenster (PVC)

  • Vorteile: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, pflegeleicht, gute Dämmwerte möglich.
  • Nachteile: Optik nicht für jedes Objekt passend, Qualität stark abhängig von Profil und Verarbeitung.

Holzfenster

  • Vorteile: natürliche Optik, sehr gute Haptik, passend für Altbau und Denkmalschutz.
  • Nachteile: regelmäßige Pflege/Anstriche (abhängig von Witterung und Ausführung).

Holz-Alu-Fenster

  • Vorteile: innen Holzoptik, außen witterungsbeständiges Aluminium, sehr langlebig.
  • Nachteile: meist teurer, dafür geringer Pflegeaufwand.

Aluminiumfenster

  • Vorteile: sehr stabil, schmale Rahmen möglich, modern in Architektur und bei großen Elementen.
  • Nachteile: abhängig vom System, oft teurer; gute thermische Trennung wichtig.

Verglasung richtig wählen: 2-fach oder 3-fach?

Die Entscheidung zwischen Zweifach- und Dreifachverglasung hängt von Gebäudestandard, Budget und Komfortziel ab. Im Neubau ist Dreifach meist Standard. Im Bestand kann Zweifach sinnvoll sein, wenn der Rest des Gebäudes energetisch deutlich schlechter ist – aber langfristig wird Dreifach oft die komfortablere Lösung.

Praxisnahe Entscheidungskriterien

  • Gebäudedämmung: Je besser die Außenwand gedämmt ist, desto mehr lohnt eine sehr gute Verglasung.
  • Komfort: Dreifach sorgt häufig für höhere Innenscheibentemperaturen – weniger „Kältesog“.
  • Schallschutz: hängt nicht automatisch von 3-fach ab; gezielter Glasaufbau ist wichtiger.
  • Gewicht: Dreifach ist schwerer – Beschläge und Rahmen müssen dazu passen.

Sicherheit: Einbruchhemmung, Beschläge und sinnvolle Extras

Fenster sind häufige Angriffspunkte. Wer im Erdgeschoss wohnt, leicht erreichbare Balkontüren hat oder längere Abwesenheiten plant, sollte Sicherheit in die Planung integrieren.

Empfehlungen für mehr Einbruchschutz

  • Widerstandsklasse RC2 ist für viele Wohnsituationen ein sinnvoller Standard.
  • Pilzkopfverriegelungen und stabile Schließteile erschweren das Aufhebeln.
  • Abschließbare Fenstergriffe (auch als Kindersicherung nutzbar).
  • Verbundsicherheitsglas (VSG) als Zusatzschutz – insbesondere bei bodentiefen Elementen.

Wichtig: Sicherheit muss zur Nutzung passen. In Mietwohnungen oder denkmalgeschützten Objekten sind manchmal dezente, nachrüstbare Lösungen gefragt. Lassen Sie sich dazu vom Fachbetrieb beraten.

Der Einbau entscheidet: Anschlussfugen, Dichtheit und RAL-Montage

Ein hochwertiges Fenster kann seine Vorteile nur ausspielen, wenn es fachgerecht eingebaut wird. Typische Probleme bei schlechtem Einbau sind Zugluft, Feuchteschäden, Schimmel in der Laibung, Schlagregeneintritt oder Risse in den Anschlussbereichen.

Grundprinzipien eines guten Fenstereinbaus

  • Innen luftdicht (damit warme, feuchte Raumluft nicht in die Fuge strömt und dort kondensiert).
  • Außen schlagregendicht und diffusionsoffener als innen (Feuchtigkeit soll nach außen entweichen können).
  • Fuge gedämmt (z. B. geeignete Dämmstoffe/Kompribänder, Systemlösungen).

Im deutschsprachigen Raum wird häufig die RAL-Montage als Qualitätsmaßstab genannt. Entscheidend ist nicht das Schlagwort, sondern dass Anschlussdetails, Materialien und Ausführung zusammenpassen – idealerweise dokumentiert und nachprüfbar.

Laibung, Rollladenkasten und Fensterbank: Die häufigsten Schwachstellen

Viele Wärmebrücken und Undichtigkeiten entstehen an Übergängen:

  • Laibungsdämmung: Gerade bei Altbauten kann eine dünne, passende Dämmung die Oberflächentemperatur erhöhen.
  • Rollladenkasten: Alte Kästen sind oft große Leckagen. Eine Sanierung oder ein neues System lohnt sich.
  • Fensterbankanschluss: Gefälle, Abdichtung und seitliche Anschlüsse müssen sauber ausgeführt werden.

Lüftung nach dem Fenstertausch: Strategien für Deutschland und Österreich

Je dichter die Gebäudehülle, desto wichtiger wird geplante Lüftung. Das gilt für Einfamilienhäuser ebenso wie für sanierte Mehrfamilienhäuser in Städten. In Österreich spielt zusätzlich die Bauweise vieler Gebäude (z. B. Ziegelbau) und das lokale Klima eine Rolle; in Deutschland variieren die Anforderungen je nach Region (Küste, Mittelgebirge, Alpenrand).

Option A: Klassische Fensterlüftung (manuell)

Funktioniert, wenn Nutzer konsequent und richtig lüften. Empfehlenswert ist Stoßlüften statt Dauer-Kippstellung. In der Praxis scheitert es aber oft an Alltag und Abwesenheiten.

Option B: Fensterfalzlüfter

Kann eine Grundlüftung unterstützen, ersetzt aber nicht immer bedarfsgerechte Lüftung. Vorteil: relativ unauffällig. Nachteil: Schallschutz und Zugerscheinungen müssen bedacht werden.

Option C: Dezentrale Lüftungsgeräte

Eine sehr verbreitete Lösung im Bestand: einzelne Geräte pro Raum oder Raumgruppe, oft mit Wärmerückgewinnung. Vorteil: kontrollierbare Luftwechsel, weniger Wärmeverluste, guter Komfort. Nachteil: Planung, Kernbohrungen, Wartung (Filterwechsel).

Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen (DE/AT) – worauf Sie achten sollten

Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Deshalb gilt: Vor Beauftragung prüfen und bestätigen lassen, welche Programme aktuell verfügbar sind und welche technischen Mindestanforderungen gelten. Für viele Förderungen ist außerdem wichtig, dass der Antrag vor Maßnahmenbeginn gestellt wird.

Deutschland: Typische Anlaufstellen

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): je nach aktueller Ausgestaltung über zuständige Stellen/Programme.
  • Regionale Förderprogramme einzelner Bundesländer oder Kommunen.
  • Energieberatung: Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kann – je nach Programmstand – zusätzliche Vorteile bringen.

Österreich: Typische Anlaufstellen

  • Bundes- und Landesförderungen: Förderlandschaft ist stark bundeslandabhängig (z. B. Wien, Niederösterreich, Steiermark, Tirol).
  • Sanierungsförderungen für thermische Verbesserung der Gebäudehülle.
  • Energieberatung der Länder: häufig gute erste Orientierung zu technischen Anforderungen.

Wichtig: Förderstellen verlangen oft Nachweise (Uw-Werte, Rechnungen, Fachunternehmererklärungen). Planen Sie diese Dokumentation von Anfang an ein.

Kostenfaktoren realistisch einschätzen: Was treibt den Preis?

Die Frage „Was kostet ein neues Fenster?“ lässt sich ohne Details nicht seriös pauschal beantworten. Zu viele Faktoren beeinflussen den Preis. Sinnvoller ist, die Kostentreiber zu kennen und Angebote strukturiert zu vergleichen.

Typische Kostentreiber beim Fenstertausch

  • Fenstergröße und -form (Sonderformen, bodentiefe Elemente, Hebe-Schiebe-Türen).
  • Material (Kunststoff meist günstiger als Holz-Alu/Alu).
  • Verglasung (3-fach, Schallschutz, Sicherheitsglas).
  • Beschläge und Sicherheit (RC2/RC3, Zusatzverriegelungen).
  • Sonnenschutz (Raffstores, Rollläden, Screens, Smart-Home-Steuerung).
  • Einbauaufwand (Altbau, Laibungen, Rollladenkästen, Gerüst, Entsorgung).

Angebote vergleichen: Checkliste für Transparenz

Damit Sie nicht „Äpfel mit Birnen“ vergleichen, sollte jedes Angebot mindestens enthalten:

  • Uw-Wert des Fensters (nicht nur Ug des Glases).
  • Rahmensystem und Bautiefe, Dichtungsebenen.
  • Randverbund (z. B. „warme Kante“).
  • Einbauart inkl. Abdichtungssystem, Anschlussdetails, Laibungsarbeiten.
  • Demontage/Entsorgung der Altfenster.
  • Gewährleistung und Wartungshinweise.

Design und Architektur: Sprossen, Farbe, Denkmalschutz und regionale Besonderheiten

Fenster prägen die Fassade stärker als viele andere Bauteile. In Deutschland und Österreich trifft moderne Technik oft auf historische Architektur – vom Altbau in Leipzig oder Hamburg bis zum Bauernhaus im Salzkammergut.

Sprossen: Optik vs. Reinigung und Wärmeschutz

Sprossen können den Charakter erhalten, erhöhen aber oft Aufwand und (je nach Ausführung) beeinflussen sie Wärmeschutz und Reinigung. Sprechen Sie mit dem Anbieter über Varianten:

  • Wiener Sprosse (optische Teilung, oft pflegeleichter)
  • Aufgesetzte Sprosse
  • Echte glasteilende Sprosse (authentischer, meist teurer)

Farben und Oberflächen

Beliebt sind in beiden Ländern neben Weiß auch Anthrazit, Holzdekore oder zweifarbige Lösungen (innen hell, außen dunkel). Achten Sie auf UV-Beständigkeit und Pflegehinweise, insbesondere bei dunklen Folierungen.

Projektplanung Schritt für Schritt: Zeitplan und Ablauf auf der Baustelle

Ein strukturierter Ablauf reduziert Stress, Staub und Überraschungen. Je nach Umfang kann der Austausch in einer Wohnung in wenigen Tagen erledigt sein – bei Einfamilienhäusern oder komplexen Fassaden entsprechend länger.

Vorbereitung (2–8 Wochen, je nach Projekt)

  • Aufmaß durch Fachbetrieb (nicht nur grob selbst messen).
  • Bemusterung (Griffe, Farbe, Glas, Sprossen, Sonnenschutz).
  • Klärung von Details: Rollladen/Raffstore, Insektenschutz, Fensterbänke, Laibungsarbeiten.
  • Terminplanung inkl. Lieferzeiten.

Ausführung (typisch 1–3 Tage pro Wohneinheit, abhängig vom Umfang)

  • Schutzmaßnahmen: Abkleben, Abdecken, Staubschutz.
  • Demontage alter Fenster, Prüfung der Anschlüsse.
  • Einsetzen, Ausrichten, Befestigen, Abdichten.
  • Nacharbeiten an Laibungen, Fensterbank, ggf. Rollladenkasten.

Abnahme und Dokumentation

Planen Sie eine gemeinsame Abnahme ein. Prüfen Sie:

  • Funktion: leichtes Öffnen/Schließen, Kippfunktion, Dichtungen, Griffe.
  • Optik: Kratzer, saubere Silikon-/Anschlussfugen, gerade Fugenbilder.
  • Dichtheit: keine Zugluft an Anschlüssen, Rollladenführung dicht.
  • Unterlagen: Pflege- und Bedienhinweise, ggf. Nachweise für Förderungen.

Typische Fehler beim Fenstertausch – und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme sind vermeidbar, wenn Sie in der Planungsphase die richtigen Fragen stellen.

Fehler 1: Nur nach dem Glas entscheiden

Ein sehr gutes Ug nützt wenig, wenn der Rahmen schwach ist oder der Einbau mangelhaft. Bestehen Sie auf dem Uw-Wert und auf einer klar beschriebenen Montageleistung.

Fehler 2: Lüftung und Feuchte ignorieren

Nach dem Austausch verändert sich das Gebäude. Klären Sie, wie künftig gelüftet wird – besonders in Schlafzimmern, Bädern und Küchen.

Fehler 3: Schallschutz falsch planen

Schallschutz ist ein Systemthema. Neben Glasaufbau zählen Rahmen, Dichtungen, Anschlussfugen und Lüftungslösung.

Fehler 4: Anschlüsse und Wärmebrücken unterschätzen

Rollladenkästen, Fensterbänke und Laibungen sind kritische Bereiche. Eine saubere Detailplanung zahlt sich langfristig aus.

Praktische Extras, die im Alltag den Unterschied machen

Wenn Sie ohnehin investieren, lohnt es sich, über Komfortdetails nachzudenken – nicht alles muss teuer sein.

  • Insektenschutz (Drehrahmen, Schieberahmen, Plissees) – in Sommern mit mehr Insekten besonders beliebt.
  • Smart-Home für Rollläden/Raffstores und ggf. Fensterkontakte.
  • Spaltlüftung bzw. sichere Lüftungsstellung für die Nacht (in Abstimmung mit Sicherheitsbedarf).
  • Barrierearme Schwellen bei Balkon- und Terrassentüren.

Pflege und Wartung: So halten neue Fenster lange dicht und leichtgängig

Moderne Fenster sind langlebig – aber nicht wartungsfrei. Mit wenig Aufwand verlängern Sie die Lebensdauer deutlich.

Jährliche Routine (15–30 Minuten pro Fensterseite)

  • Dichtungen reinigen (mildes Reinigungsmittel) und ggf. mit Pflegemittel geschmeidig halten.
  • Beschläge prüfen und leicht schmieren (nach Herstellerangabe).
  • Entwässerungsöffnungen frei halten (besonders bei Schlagregenregionen).

Holzoberflächen

Bei Holzfenstern hängt der Wartungsbedarf von Exposition, Farbe und Qualität der Beschichtung ab. Prüfen Sie regelmäßig die Wetterseite (Süd/West) und bessern Sie kleine Schäden früh aus.

FAQ: Häufige Fragen aus der Praxis

Wie erkenne ich, ob meine Fenster „wirklich“ undicht sind?

Hinweise sind spürbare Zugluft, klappernde Flügel, Kondenswasser am Rand, erhöhte Heizlast und ggf. Schimmel in der Laibung. Ein Fachbetrieb kann mit einfachen Tests (z. B. Sichtprüfung der Dichtungen, Einstellkontrolle, ggf. Blower-Door im Sanierungskontext) Klarheit schaffen.

Kann ich Fenster im Winter austauschen lassen?

Ja, der Austausch ist grundsätzlich auch in der kalten Jahreszeit möglich. Wichtig sind gute Baustellenorganisation und zügige Montage, damit Räume nicht auskühlen und Feuchte nicht in Bauteile einzieht.

Welche Rolle spielt der Sonnenschutz bei neuen Fenstern?

Eine große. Mit besseren U-Werten bleiben Gebäude im Winter wärmer – im Sommer kann das, zusammen mit großen Glasflächen, zu Überhitzung führen. Außenliegender Sonnenschutz ist oft der wirksamste Hebel.

Fazit: Mit Planung gewinnen Sie Komfort, sparen Energie und vermeiden Folgekosten

Ein Fenstertausch ist eine Investition in die Zukunft Ihres Zuhauses. Wer Fenster austauschen sinnvoll planen als Leitprinzip nimmt, profitiert mehrfach: bessere Wärme- und Schalldämmung, höherer Wohnkomfort, mehr Sicherheit und oft spürbar geringere Energiekosten. Entscheidend sind eine saubere Bestandsanalyse, klar definierte Ziele, passende Kennwerte, ein durchdachtes Lüftungs- und Anschlusskonzept sowie ein fachgerechter Einbau. So wird aus dem Fenstertausch kein Risiko, sondern ein messbares Upgrade der Wohnqualität – in Deutschland wie in Österreich.